3. Schnittstellenkonferenz
 

Thema: Jugendliche brauchen Räume: Öffentlicher Raum, Partizipation und Engagement

   24. - 25.  November 2004
   Potsdam
 
  

Programm
Jugendliche brauchen Räume - konkrete Räume, die sie sich aneignen und erobern können, aber auch Räume im übertragenen Sinne, in denen sie aktiv sein und sich engagieren können. In beiden Fällen gilt es, Möglichkeiten der Partizipation zu schaffen oder zu erweitern, um Jugendlichen die Chance zu geben, ihre Lebenswelten aktiv zu gestalten. Sport und Bewegung sind hierbei zentrale Elemente sowohl bei der Aneignung von Räumen als auch bei der Ausübung von Engagement, denn sie gehören zur alltäglichen Lebenswelt von Kinder und Jugendlichen.

Sehr oft werden Sport, Spiel und Bewegung im öffentlichen Raum ausgeübt - womit in vielen Fällen Konflikte schon vorprogrammiert sind. Denn im öffentlichen Raum treffen unterschiedliche Interessen aufeinander: Interessen von Geschäftsleuten, die eine Beeinträchtigung ihrer Kundschaft befürchten, Interessen von Bürgerinnen und Bürgern, die "ihre Ruhe haben wollen" - und eben die Wünsche und Bedürfnisse von Jugendlichen nach Aneignung von Räumen, Bewegung und Präsentation ihrer selbst. Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Verregelung, Privatisierung, monofunktionalen Nutzung und damit Verknappung öffentlicher Räume, die in den letzten Jahren insbesondere in den Städten feststellbar ist, haben Jugendliche unterschiedliche Strategien entwickelt, sich öffentliche Räume (wieder) zu erobern. Streetball oder Skaten auf Vorplätzen und Treppen von öffentlichen Gebäuden sind nur einige Beispiele in diesem Kontext.

Viele Sportjugenden sowie Projekte der Kinder- und Jugendarbeit greifen diese Ansätze auf, setzen Angebote wie beispielsweise Straßenfußball um und unterstützen damit junge Menschen in ihrem Bedürfnis nach Bewegung, Körperwahrnehmung und sinnvoller Freizeitgestaltung. Solche Projekte fördern die Grundgedanken von Partizipation und Engagement - sie geben Jugendlichen die Möglichkeit, nicht nur das eigene Bewegungsbedürfnis auszuleben, sondern sich auch für eine Verbesserung des lokalen Angebots oder die Umsetzung neuer Ideen einzusetzen. Erfahrungen aus unterschiedlichen Projekten haben gezeigt, dass Sport- und Bewegungsangebote zentrale Bereiche sind, um jugendliches Engagement zu fördern - das allerdings nur dann von Dauer sein kann, wenn der Partizipationsgedanke ernst genommen wird.


Die Schnittstellenkonferenz will diese Themenkomplexe insbesondere unter folgenden Fragestellungen diskutieren:

  • Welche Rolle können Sport und Jugendhilfe einnehmen, wenn es gilt, Jugendliche bei der Aneignung von Räumen zu unterstützen?
  • Welche Bedeutung haben Sport und Spiel, wenn es um die Unterstützung von sozialem Engagement und Partizipation geht?
  • Wo liegen die Chancen, aber auch die Grenzen von Sport(pädagogik) und Jugendhilfe bei gesellschaftlichen Prozessen wie der Definierung des öffentlichen Raumes?

 
Ablauf
Erster Tag: Mittwoch, 24.11. 2004

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14:00 Uhr   Begrüßungund Eröffnung, Einführung der Tagung
Prof. Dr. Peter Knösel, Fachhochschule Potsdam
Ingo Weiss, Deutsche Sportjugend
Sabine Behn, Camino
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14:30 Uhr   Vorträge und Diskussion
Jugendliche in öffentlichen Räumen: Aneignung durch Sport und Bewegung
Prof. Dr. Titus Simon, Hochschule Magdeburg-Stendal

Partizipation und Kooperation: zur Rolle von Sport(pädagogik) und Jugendhilfe bei der Eroberung öffentlicher Räume
Dr. André Gogoll, Universität Bielefeld

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16:30 Uhr   Kaffeepause
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17:00 Uhr   Projekt-Präsentationen
Sport und Bewegung, Partizipation und Engagement in Brandenburg:
Projekt "Streetsport" der Brandenburgischen Sportjugend
Uwe Koch

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18:00 Uhr   Stadtführung
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19:00 Uhr   Abendessen
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21:30 Uhr   Film-Vorführung "Solo Ultra"
"Solo Ultra" - Film über die Frankfurter Ultra-Szene und Gespräch mit dem Regisseur Erik Winkler

Zweiter Tag: Donnerstag, 25.11. 2004

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9:30 Uhr   Einführung in den Tag
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9:40 Uhr   Vortrag und Diskussion:
Engagement in Sport und Jugendhilfe - persönliche Motivationen und gesellschaftliche Anforderungen
Prof. Dr. Sebastian Braun, Universität Paderborn

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10:30 Uhr   Kaffeepause
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11:00 Uhr   Arbeit in Workshops zu den Themen:
Kooperation und Engagement bei der Umsetzung von sportbezogenen Angeboten im öffentlichen Raum, insbesondere in sozialen Brennpunkten
Beate Miculcy, Joachim Poweleit: Quartiersmanagement Schöneberger Norden, Berlin

Modelle der Kooperation von Sport und Jugendhilfe am Beispiel des Projektes Erlebnisräume
Hartmut Kurzhals: Verein für Sport und Jugendsozialarbeit, Berlin

Mädchen im öffentlichen Raum: zwischen Eroberung und Rückzug
Gabriele Heinemann, MaDonna-Mädchenprojekt Berlin

Praxisbeispiele zur Jugendlichenpartizipation und Freiraumplanung
Rixa Gohde-Ahrens, Hannover/Hamburg

Sportangebote im ländlichen Raum: Zur Rolle von Partizipation und ehrenamtlichem Engagement
Katja Wigrim, Projekt NEXUS, Drebkau

Experimente als Unterstützung Jugendlicher bei der Aneignung von Räumen
Daniela Karow, Forschungsprojekt "Zur Aneignung und Nutzung urbaner öffentlicher Räume durch Jugendliche", Hannover

Sport in der Jugendfreizeitarbeit: Zugänge, Angebote und genderorientierte Arbeit
Axel Koller, Tanja d'Angostini, Matthias Schreckenbach, Berlin/Potsdam

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14:30 Uhr   Vorstellung der Ergebnisse der Arbeitsgruppen
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15:15 Uhr   Wie machen es unsere Nachbarn?
Vorstellung des "Chrudimer Skateparks " in Tschechien
Jan Cechlovsky
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16:15 Uhr   Abschlussworte der Veranstalter


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Zielgruppe
Im Rahmen der Schnittstellen-Konferenzen Sport(pädagogik) - Jugendhilfe soll von beiden Seiten - Sport und Jugendhilfe - aus diskutiert werden. Die Tagung richtet sich folglich in erster Linie an Praktiker/innen aus der Jugendhilfe und aus dem Sportbereich, darüber hinaus auch an Interessierte aus andere
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OrtFachhochschule Potsdam
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Termin        24. - 25. November 2004
 

Veranstalter: [ Camino ] [ DSJ ] [ KOS ]