4. Schnittstellenkonferenz
 

Thema: Turnschuhe und Kopftuch ?! 
Sport, Migration und Gender

      13. September 2005
   Frankfurt / Main
 
Sport, Migration und Gender >
  

Vorläufiges Programm
Sportverbände schreiben ihren Angeboten eine hohe Integrationskraft zu, insbesondere bei der Arbeit mit Jugendlichen mit Migrations- oder Aussiedlerhintergrund. Sport gilt als Medium, das unabhängig von kulturellen, sprachlichen und sozialen Hintergründen wirksam werden kann, wo andere Zugänge versagen. Wie nachhaltig diese Angebote wirken, ist aber bis heute nicht geklärt. Wissenschaftliche Untersuchungen kommen zu widersprüchlichen Ergebnissen. Die Jugendorganisationen im Sport engagieren sich im Rahmen des Programms "Integration durch Sport", und andere Projekte der kommunalen Jugendhilfe greifen in ihrer pädagogischen Arbeit mit Jugendlichen nichtdeutscher Herkunft gerne auf Sportangebote zurück. Zunächst fühlten sich von entsprechenden Projekten eher Jungen angesprochen, und viele Angebote erreichten nur vereinzelt diejenigen Mädchen, die aufgrund ihres kulturellen und ethnischen Hintergrundes in ihren Ausdrucks- und Entfaltungsmöglichkeiten stärker eingeschränkt sind. Um dieser Entwicklung zu begegnen, sind mittlerweile unterschiedliche Ansätze entwickelt worden, Gender-Aspekte in die Arbeit mit Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu integrieren. Im Mittelpunkt vieler Bemühungen steht derzeit die Integration von Mädchen mit islamischem Hintergrund, was allerdings zu einer neuen Stigmatisierung führen kann. Ein weiterer Ansatz besteht darin, auch im Rahmen von Sportangeboten - die sich an männliche Jugendliche nichtdeutscher Herkunft richten - deren Männlichkeitsbilder zu thematisieren, die sich an angestrebten "männlichen" Eigenschaften wie Aggressions- und Gewaltbereitschaft oder verbales und körperliches Durchsetzungsvermögen orientieren.

Die Tagung möchte diese Themen aufgreifen und diskutieren, welche Anforderungen sich an die Umsetzung geschlechtsspezifischer Ansätze im Rahmen von Sportangeboten ergeben, wenn sie die selbst gestellten Erwartungen bezüglich der Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund erfüllen wollen.


 
Ablauf
Dienstag, 13. 09. 2005

10:30 Uhr   Begrüßung und Eröffnung
Ingo Weiss, Deutsche Sportjugend
Thomas Schneider, Koordinationsstelle Fan-Projekte
10:45 Uhr   Vorträge
Sport, Gender und Migration - Aufgaben der Jugendhilfe
Marieluise Beck, Parlamentarische Staatssekretärin und Beauftragte
der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration


Zur Bedeutung des Sports für die Sozialisation und Integration junger Migrantinnen
Prof. Christa Kleindienst-Cachay, Universität Bielefeld

12:45 Uhr   Mittagspause

13:45 Uhr   Arbeit in Workshops zu den Themen:
AG 1: Geschlechtsspezifische Arbeit mit männlichen Jugendlichen mit Migrationshintergrund
Frank Eser, Sportjugend Hessen
AG 2: Sport als Integrationsfaktor für Mädchen mit muslimischem Migrationshintergrund in der Koopereation mit Schulen
Gül Keskinler, Projekt START des Landessportbundes Hessen
AG 3: "Die andere Welt ist nebenan“, „Sportspektakel“ und "Lebensweltorientierte Mädchenarbeit" als Projektbeispiele für interkulturelle Arbeit und genderorientierte Ansätze in der Kooperation von Sport und Jugendhilfe
Barbara Schünke, Stadtteilbüro Marzahn-Nordwest
Gerhard Renziehausen, Sportjugend Niedersachsen

AG 4: Sport im eigenen Verein? Pro und Contra Migrantenvereine
Prof. Gunter A. Pilz, Universität Hannover
Grundsatzerklärung „Sport und Zuwanderung“ des Deutschen Sportbundes
Vernetzung von Sport und Sozialarbeit
Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund und Sport
16:00 Uhr   Kaffeepause

16:15 Uhr   Präsentation der Arbeitsgruppenergebnisse
16:45 Uhr   Abschließende Thesen zum Thema
Sabine Behn, Camino
17:00 Uhr   Ende der Tagung

Ort:    DGB-Haus, Wilhelm-Leuschner-Str. 69-77, 60329 Frankfurt


 

Veranstalter: [ Camino ] [ DSJ ] [ KOS ]